Geschichte
Der Gutshof ist an einem idyllischen See östlich der småländischen Stadt Ljungby gelegen. Heutzutage besteht die kleine Anlage aus dem Haupthaus, dem älteren Flügelgebäude, sowie einigen kleinen weiteren Gebäuden.
Das heutige Haupthaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Glaubt man den Überlieferungen, so war der Ort bereits schon im Mittelalter ein Sitz des Adels.
Das eigentliche Gutshaus wurde das erste Mal im Jahre 1445 in den Geschichtsbüchern erwähnt, im Zusammenhang mit dem Ritter Knut Grundis, der dieses seiner Frau Birgitta Haraldsdotter zum Geschenk machte.
Das Flügelgebäude stammt aus dem frühen 17.Jahrhundert und lag damals an einem strategisch wichtigen Punkt. Genau hier verlief eine der wichtigsten Strassen Schwedens; die Verbindung von Stockholm nach Dänemark. Nicht nur das einfache Volk benutzte diese Verkehrsachse, sondern auch der königliche Hof. Es ist überliefert, dass Königin Kristina, die Tochter Gustav Adolf II, auf ihrer Reise nach Italien in dem heutigen Flügelgebäude übernachtete. Heutzutage ist von der einstmals so wichtigen Strecke allerdings nichts mehr zu sehen. Dort wo früher diese bedeutende Strasse verlief, befinden sich jetzt Gärten, Felder und Wälder und der ehemalige Pfad läßt sich allenfalls stellenweise erahnen.
Im 19. Jahrhundert besaß Sunnerå eine königliche Schnaps-Brennerei. Es wurden bis zu 300 Kannen Schnaps täglich produziert und der Verkauf erfolgte direkt vom Hof. Laut den damaligen Tagebüchern stellte dieser Verkauf, wie man sich denken kann, eine sehr gute Einkommensquelle dar.
Allerdings gibt es nicht nur schöne Erinnerungen an diese Zeit:
An einem kalten Frühjahrsmorgen im Jahre 1860 wurde der junge Postkutscher Frans Karlsson, der den königlichen Branntwein transportierte, auf dem Weg von Sunnerå nach Tutaryd überfallen, ausgeraubt und erschlagen. Bereits am nächsten Tag wurde der Übeltäter, der damalige Amtsrichter, von dem Gutsbesitzer Major Bergh entlarvt.
In den Jahren von 1850 bis zum Beginn des ersten Weltkrieges war Sunnerå im Besitz des eben erwähnten Major Berghs und seiner Nachkommen. Ihm zu Ehren haben wir eines unserer Gästezimmer nach ihm benannt - “Majorens rum”.
In den 20iger Jahren zog der Freiherr Jakob von Salza nach Sunnerå. Aus dieser Zeit sind Dank Frau Johansson noch viele Erinnerungen bewahrt. Die heute beinahe 100jährige Dame, die noch in unmittelbarer Nachbarschaft lebt, war damals auf dem Gut beschäftigt und kann daher aus jener Zeit noch viele nette persönliche Annekdoten erzählen.
Zur Erinnerung an den Freiherrn von Salza haben wir ebenfalls eines unserer Gästezimmer ihm gewidmet – “Baronens rum”.
In den 50iger Jahren kauften der Kapitän und Konsul Stig Wagenius und seine Frau Ingeborg Sunnerå, welches mittlerweile an die Kinder vererbt wurde. Das Zimmer – “Kaptänens rum” – hat seine Namensgebung auch in diesem Fall dem Vorbesitzer zu verdanken.
Einstmals gehörten 500 “tunnland” zu Sunnerå Herrgård und auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte man den Bezirk in 13 “Torp” aufteilen.
Inzwischenzeit wurde der Land- und Forstbetrieb vom Gut abgetrennt, so daß Sunnerå Herrgård heutzutage über ein großes Grundstück mit eigenem Privatstrand, Bootsanleger und einem kleinen Bach, in dem auch Flußkrebse leben, verfügt.
